E-CarSharing im Harz und Harzvorland kommt!

Das Kooperationsprojekt der EIN HARZ GmbH soll Mitte 2022 starten
Ist ein E-CarSharing im Harz wirtschaftlich zu betreiben? Diese Frage beschäftigte seit Anfang 2019 einige Harzer Kommunen und städtische Gesellschaften. Eine Bedarfs- und Potenzialanalyse wurde dazu im Oktober 2019 in Auftrag gegeben. Ein Jahr später stand das Ergebnis fest. Der Schlüssel für ein erfolgreiches E-CarSharing im ländlichen Raum liegt im Zusammenspiel mehrerer Akteure. EIN HARZ – Geschäftsführer Frank Uhlenhaut wurde beauftragt, genügend Partner zu finden, die sich dieses ambitionierte Projekt zutrauen. Unterstützung erhielt er von den Kommunen, die darin ein zusätzliches Mobilitätsangebot für ihre Einwohner, einen Klimaschutzbeitrag und vor allem auch ein Imagevorteil für den Harz sehen. Von der Idee gehört und interessiert zeigten sich kurze Zeit später auch die Energieversorger aus Bovenden, Duderstadt und Einbeck. Der Arbeitstitel „E-CarSharing im Harz“ wurde kurzerhand auf „und Harzvorland“ erweitert. Jetzt war auf einmal von bis zu 20 E-Fahrzeugen die Rede, die im Verbund Einwohnern, Touristen und Studenten neue Mobilität bieten könnten. Der Gedanke nahm Fahrt auf. Im Juli 2021 wurden erste Pflöcke eingerammt. Die Kooperationspartner verpflichteten sich, für die E-Fahrzeuge und die Ladeinfrastruktur vor Ort verantwortlich zu zeichnen, einige Kommunen und Unternehmen sagten zu, als Ankernutzer der E-Fahrzeuge zur Grundauslastung und damit zur Wirtschaftlichkeit beizutragen. Die EIN HARZ GmbH versprach das Grundmarketing und weitere Koordinationstätigkeiten zu übernehmen. Drei Monate später kam die Regio.Mobil Deutschland GmbH mit ins Boot. Ein professioneller Betreiber von CarSharing-Lösungen. Sie setzte sich aufgrund ihrer Erfahrungen im ländlichen Raum gegenüber den Mitbewerbern durch. Geschäftsführer Michael Schramek und Uwe Zimmermann von Regio.Mobil führten bei der jetzt stattgefundenen Auftaktveranstaltung im Kurhaus Bad Sachsa die einfache und schnelle Handhabung des Buchungsvorgangs vor. Auch wenn sich das Tarifmodell noch in der Abstimmung befindet, bezeichnete Bürgermeister Daniel Quade aus Bad Sachsa die angedachten Tarife als eine attraktive Alternative zu herkömmlichen Angeboten. „Schnell, einfach, günstig und bequem“, fasste er kurz die E-Car-Vermietung zusammen. Der Braunlager Bürgermeister Wolfgang Langer sah in dem zusätzlichen Angebot eine tolle Ergänzung zum ÖPNV für Einwohner und Touristen. Die Stadt Braunlage wird mit einem E-Fahrzeug in Sankt Andreasberg starten. Perspektivisch soll es aber auch in Hohegeiß und Braunlage Fahrzeuge geben. Ohnehin ist die Kooperation an weiteren Fahrzeugen interessiert. „Ein Pkw pro Kommune kann nur der Anfang sein“, so Michael Schramek von Regio.Mobil. Zu guter Letzt lobte Geschäftsführerin Anne Sagner von der Stadtbus Goslar GmbH die gute Zusammenarbeit aller Beteiligter. Sie hob die komfortable Situation in Goslar mit fünf Fahrzeugen hervor. „Wir wollen damit für die individuelle Mobilität eine echte Alternative schaffen, um Lücken zu schließen“. Am Projektauftakt Mitte 2022 beteiligen sich derzeit die Energieversorger aus Bad Sachsa, Bovenden, Clausthal-Zellerfeld, Einbeck, Duderstadt, Bad Lauterberg, Osterode und Seesen. Dazu kommen die Stadt Braunlage, die Stadtbus Goslar GmbH, die Goslarer Wohnstättengesellschaft mbH und der Recycling-Park Harz GmbH. Aktuell sind damit 16 E-Fahrzeuge am Start. In Gesprächen befindet sich die EIN HARZ GmbH derzeit noch mit den Halberstadtwerken, den Stadtwerken Wernigerode und den Stadtwerken in Nordhausen, teilte Frank Uhlenhaut mit. Im Januar 2022 will der Marketing-Ausschuss das Tarifmodell verabschieden.

Foto: Jennifer Lehmann


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